Hallo und Salut!
Bitte habt Verständnis dafür, dass ich so lange nicht mehr geschrieben habe.
Hier sieht mein Alltag eingach ziemlich viel anders aus, als in Deutschland und daran mussteich mich erst mal gewöhnen. Um halb Sechs (also quasi mitten in der Nacht) fängt mein Tag hier an. Ich quäle mich dann aus meinem Bett und gehe ins Bad. Dann frühstücke ich, kümmere mich um mein Mittagesse und ziehe mich an, um zum Bus zu gehen. Um zwanzig vor Sieben muss ich vorne stehen, um zehn vor kommt der Schulbus dann. Tja, das ist zum Beispiel typisch kanadisch: Der Bus kann eben nicht nur Verspätung haben, sondern er kann auch sehr früh dran sein. Da muss man eben schon zehn Minuten früher vorne stehen und sich hier in Herbst und Winter den Hintern abfrieren...
Also: Auf zur Schule, aber das wisst ihr ja alles schon.
In der Schule angekommen, habe ich immer noch sehr viel Zeit. Ich suche also erst meine Sachen für die erste Stunde zusammen und setze mich dann in die Cafeteria. Ich sitze dann immer mit einer Deutschen und drei bis vier Kanadiern zusammen. Meistens haben ein zwei von uns noch irgendwelche Hausaufgaben zu machen, aber dadurch, dass wir so viel quatschen, geht die Zeit dann immer dafür drauf.^^
Jede Unterrichtsetappe dauert 75 min, was ich immernoch ziemlich anstrengend finde. Immerhin habe ich mich aber soweit an meine Lehrer gewöhnt, dass ich sehr viel vom Unterricht vertstehe. In meinem ersten Physik-Examen hab ich übrigens 69%. Das beduetet eindeutig: Bestanden! HA! Darauf bin ich wirklich stolz! Das neue Thema in Physik verstehe ich außerdem schon besser. Mal sehen, wie die nächste Klausur für mich ausfällt... In Englisch ist für mich alles super easy, weil ich in der leistungsschwächsten Gruppe gelandet bin (wie alle Austauschschüler). Ich finde das nicht so schlimm; schließlich heißt das für mich: Ein Fach weniger, für das ich ernsthaft lernen muss. In der letzten Klausur hatte ich volle Punktzahl, ich kann also so richtig chill'n...;-)
In Mathe hatte ich auch schon zwei Tests. Für den ersten habe ich auch schon mein Ergebnis: 85%!
Im Großen und Ganzen ist also alles okay, in der Schule und in den Mittagspausen bin ich immer unter kanadischen Freunden.
Nach der Schule beinnt dann der schönere Teil des Tages, aber auch der stressigere: Hausaufgaben sind angesagt. Ich mache glaub ich einfach noch viel zu viel; denn da die Lehrer wissen, dass eh keiner Hausaufgaben macht, geben sie super viel auf (damit wenigstens ei Bruchteil davon gemacht ist, wie ich vermute) und kontrolliert wird in den seltensten Fällen... Ich bin fest davon überzeugt, dass ich einfach weniger machen muss...
Schöner wird der Tag nun, weil ich einen Auftrag bekommen habe. Ein Mann, der Arzt ist, hat mehrere Pferde hier stehen, arbeitet aber so viel, dass er nicht die Zeit hat, diese zu bewgen. Eines seiner Pferde reitet er deshalb nur am Samstag in seiner Reitstunde bei Annick. Er hat noch eine Haflinger-Stute namens Alida, die er eigentlich nur drei Mal im Jahr vor die Kutsche spannt und ansonsten in der Box stehen lässt. Nachdem Annick mich ihm vorgestellt hatte, hat er mir deshalb erlaubt, die Stute immer rauszuholen, wenn ich Lust habe. Ich darf also reiten, longieren, spazieren gehen, alles was ich will und wann ich will. Das ist natürlich super praktisch! Ich freue mich echt über dieses Projekt, das ich mir so hervorragend selbst einteilen kann!
Ich habe noch kein Foto von Alida, aber das wird bei Zeiten nachgereicht, ok?
Tja, und dann hat hier der Indian Summer angefangen! Das ist echt der Hammer, finde ich.


